Das deutsche Brot ist (natürlich neben Freunden und Familie) eine Sache, die im Urlaub häufig vermisst wird. Vor allem nach rustikalen Vollkornsorten sucht man in anderen Regionen der Welt oftmals vergeblich. Mallorca jedoch besticht mit ganz eigenen Brotspezialitäten, die vielen Besuchern dann zurück in der Heimat fehlen. An dieser Stelle möchte ich über einige köstliche Backwaren mallorquinischer Art sprechen, die man auf der Sonneninsel unbedingt mal probiert haben muss!


Pan moreno – das Bauernbrot aus Mallorca
Wer bei seinem Aufenthalt nach einem Brot sucht, das den heimischen Sorten zumindest ähnelt, sollte das köstliche Landbrot Mallorcas probieren – das Pan moreno. Zu Deutsch lässt es sich einfach mit „braunes Brot“ übersetzen. Klassischerweise wird Pan moreno mit Sauerteigbasis auf einem Backstein gebacken. Besonders an dem dunklen Landbrot ist auch, dass es ohne Salz gebacken wird. Damit die Krume schön knusprig ist, wird während des Backens teilweise Wasser in den Ofen gekippt. Genau aus diesem Brot wird auch Pamboli gemacht: Hierbei handelt es sich um köstliche, mit Öl angeröstete Brotscheiben, die im Anschluss mit Knoblauch und Tomate abgerieben und belegt werden.

Pa amb oli/Pamboli – der südländische Vetter der Stulle 
Pamboli ist nicht etwa ein Pokemon, sondern eine beliebte, mallorquinische Spezialität. Wie bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um eine Speise für die klassische Brotzeit. Mögliche Beläge für das Pamboli, übersetzt einfach „Brot mit Öl“ sind klassisch Käse oder Schinken. Zusätzlich passen aber auch Oliven, Kapern, saure Gurken oder der in der Mittelmeerküche beliebte Meeresfenchel.


Llonguets – Brötchen mit Charakter 
Llonguets sind längliche Brötchen mit einer Rille auf der Oberseite, die vor allem die Hauptstadt Palma kennzeichnen – man könnte fast sagen, der Genuss eines solchen Brötchens ist ein Muss, wenn man die Stadt besucht. Sie sind sogar so beliebt, dass einmal jährlich die Llonguet-Route stattfindet, an der mehrere Bäckereien teilnehmen. Interessierte Backwarenfreunde können sich so durch die verschiedenen Bäckereien futtern.

Pa de figa – süß und lecker 
Für die Süßen unter euch soll hier natürlich auch Pa de figa nicht fehlen: Ein leckeres, süßes Feigenbrot, das für die schöne Insel kaum typischer sein könnte. Hier werden nämlich getrocknete Feigen, Anis, Mandeln und etwas Schnaps zu einer klebrigen Masse zusammengerührt und im Anschluss in der Sonne getrocknet. Oft bekommt man diese Köstlichkeit auf Mallorca mit einem Feigenblatt sowie einer Tasse Kaffee oder Anisschnaps. Wer Pa de figa zu Hause herstellen möchte, braucht allerdings kein mallorquinisches Klima: Hier wird die Süßspeise einfach für mehrere Tage an der Luft getrocknet.

Ist die spanische Küche das nicht das gleiche wie die mallorquinische?
Manchmal wird die spanische Küche in einem Atemzug mit der mallorquinischen Küche genannt – im Grunde ist das auch nicht falsch, schließlich handelt es sich bei der mallorquinischen Küche um eine regionale Unterart der traditionellen, spanischen Küche. Doch gibt es auf Mallorca kulinarische Besonderheiten, die es eben nur dort gibt und die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Insbesondere als Tourist sollte man die Möglichkeiten nutzen, sich mit den leckeren Backwaren der echten, mallorquinischen Bäckereien auseinanderzusetzen. Oder aber man setzt auf die leckeren, mallorquinischen Butterbrote, die sich vom „Arme Leute-Essen“ zu einer wahren Traditionsspeise gemausert haben.